BCD-Datei fehlt in Windows 10: So reparieren Sie den Start

Wenn die BCD-Datei in Windows 10 fehlt, startet der PC oft nicht mehr. Diese Anleitung zeigt, wie Sie die Startkonfiguration mit AOMEI Boot Reparatur, der Windows-Starthilfe oder BCDBoot reparieren.

Von Hannah    Aktualisiert am 09.09.2026

Wenn die BCD-Datei in Windows 10 fehlt oder beschädigt ist, kann Windows seine Startinformationen nicht mehr korrekt lesen. Zur Reparatur kommen AOMEI Boot Reparatur, die Windows-Starthilfe oder BCDBoot infrage. Entscheidend ist, ob Ihr PC im UEFI- oder Legacy-BIOS-Modus startet und ob die Windows-Partition noch lesbar ist.

Was bedeutet „BCD-Datei fehlt“ in Windows 10?

BCD steht für Boot Configuration Data. Dieser Speicher enthält die Konfiguration, mit der der Windows-Startmanager das Betriebssystem findet und startet. Eine fehlende oder beschädigte BCD kann etwa zur Meldung „In der Windows-Startkonfigurationsdatendatei fehlen erforderliche Informationen“ mit dem Fehlercode 0xc0000034 führen. Andere Startfehler können ähnlich aussehen, aber eine andere Ursache haben.

Bei UEFI-Systemen liegt die Datei normalerweise unter \EFI\Microsoft\Boot\BCD auf der EFI-Systempartition. Bei BIOS-Systemen liegt sie unter \Boot\BCD auf der aktiven Systempartition. Das ist nicht zwangsläufig die Partition mit dem Windows-Ordner.

Häufige Auslöser sind unterbrochene Updates, Stromausfälle während eines Schreibvorgangs, geänderte Partitionen oder beschädigte Startdateien. Auch eine falsche Startreihenfolge oder ein nicht erreichbares Laufwerk kann den Start verhindern. Weitere Hintergründe finden Sie im Artikel zum Fehler mit der Datei Boot BCD.

Vorbereitung: Laufwerk, Startmodus und Wiederherstellung prüfen

  • Systemlaufwerk prüfen: Wird die SSD oder Festplatte im UEFI/BIOS erkannt? Fehlt sie dort, prüfen Sie zunächst Anschluss und Hardware. Eine BCD-Reparatur behebt keine defekte Festplatte.
  • Startmodus beibehalten: Wechseln Sie nicht versuchsweise zwischen UEFI und Legacy. Wählen Sie für Reparaturmedien den Modus, in dem Windows installiert wurde.
  • BitLocker-Schlüssel bereithalten: Ein verschlüsseltes Windows-Laufwerk muss gegebenenfalls mit dem Wiederherstellungsschlüssel entsperrt werden.
  • Daten sichern: Sichern Sie wichtige erreichbare Dateien vor Änderungen an der Startkonfiguration. Verwenden Sie einen leeren USB-Stick für das Reparaturmedium.

Lösung 1: BCD-Fehler mit AOMEI Boot Reparatur beheben

Wenn Sie Startdateien über eine grafische Oberfläche reparieren möchten, bietet AOMEI Partition Assistant Professional die Funktion Boot Reparatur. Sie können auf einem funktionierenden PC ein Reparaturmedium vorbereiten und damit den betroffenen Computer starten. Das erleichtert die Auswahl der Windows-Installation und erspart die manuelle Eingabe von Reparaturbefehlen.

Für die Reparatur benötigen Sie eine freigeschaltete Professional-Edition oder höher. Der folgende Download stellt die Demo bereit.

AOMEI Partition Assistant

Der beste Windows-Festplattenpartitionsmanager und PC-Optimierer

Vorbereitung:

Sie benötigen einen funktionierenden Windows-PC mit AOMEI Partition Assistant, einen leeren USB-Stick und den betroffenen Computer.

Schritt 1: Boot Reparatur auf einem funktionierenden PC öffnen

Schließen Sie den USB-Stick an den funktionierenden PC an. Starten Sie AOMEI Partition Assistant und wählen Sie in der oberen Menüleiste Wiederherstellen > Boot Reparatur.

Schritt 2: Ein bootfähiges USB-Reparaturmedium erstellen

Klicken Sie im folgenden Fenster unten auf eine bootfähige Diskette. Dieser Link öffnet die Erstellung eines Reparaturmediums für einen anderen PC. Wählen Sie im Medienassistenten den vorgesehenen USB-Stick, kontrollieren Sie das Ziellaufwerk und bestätigen Sie die Erstellung. Warten Sie, bis der Assistent den Abschluss meldet.

Schritt 3: Den betroffenen Computer vom USB-Stick starten

Schalten Sie den betroffenen PC aus und schließen Sie den fertigen Stick an. Öffnen Sie beim Einschalten das Bootmenü mit der vom Hersteller angegebenen Taste, beispielsweise F12 oder Esc. Wählen Sie den USB-Stick im zu Ihrer Windows-Installation passenden UEFI- oder Legacy-BIOS-Modus. Ändern Sie den vorhandenen Startmodus nicht wahllos.

Nach dem Start der WinPE-Umgebung wird Boot Reparatur geladen und sucht nach Windows-Starteinträgen. Warten Sie, bis der Scan abgeschlossen ist.

Schritt 4: Die erkannte Windows-Installation prüfen

Prüfen Sie Systempfad, Systemversion und Bootstatus. Bei mehreren Installationen wählen Sie gezielt das betroffene Windows aus. 

Die Herstellerabbildung zeigt die Ergebnisliste an einem Windows-7-Beispiel mit dem Status „Gut“. Sie veranschaulicht die Spalten der Oberfläche und zeigt keinen erkannten BCD-Fehler. Auf Ihrem PC erscheinen die tatsächlich erkannten Einträge.

Schritt 5: Den betroffenen Starteintrag reparieren

Markieren Sie den vom Programm als reparierbar angezeigten Eintrag Ihrer betroffenen Windows-Installation und klicken Sie unten rechts auf Reparieren. Lassen Sie den Vorgang vollständig durchlaufen. Wird kein reparierbarer Eintrag gefunden, prüfen Sie die Ursache mit den weiteren Methoden dieses Artikels.

Schritt 6: Reparaturergebnis prüfen und Windows neu starten

Kontrollieren Sie nach Abschluss die Ergebnisanzeige. Wenn Reparatur erfolgreich erscheint, schließen Sie den Dialog mit OK und fahren Sie den PC herunter. Entfernen Sie den Reparaturstick und starten Sie von der internen Systemfestplatte. Wählen Sie bei einem UEFI-System gegebenenfalls den vorhandenen Eintrag Windows Boot Manager.

Eine erfolgreiche Programmmeldung bestätigt den abgeschlossenen Reparaturvorgang. Testen Sie anschließend, ob Windows tatsächlich wieder startet. Die offizielle Anleitung zu Boot Reparatur beschreibt die Funktion. „MBR neu bilden“ ist eine andere Funktion und ersetzt keine gezielte BCD-Reparatur.

Lösung 2: Windows-Starthilfe ausführen

Die integrierte Starthilfe kann häufige Startprobleme automatisch untersuchen und reparieren. Sie benötigen die Windows-Wiederherstellungsumgebung oder einen passenden Windows-Installationsstick.

1. Starten Sie vom Windows-Installationsstick. Wählen Sie im Setup zunächst Sprache und Tastatur und anschließend Computerreparaturoptionen.

2. Öffnen Sie Problembehandlung > Erweiterte Optionen > Starthilfe.

3. Wählen Sie bei Aufforderung die Windows-Installation und entsperren Sie das Laufwerk gegebenenfalls mit dem BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel.

4. Lassen Sie die Diagnose abschließen. Entfernen Sie anschließend das Installationsmedium und testen Sie den Start.

Ist die Wiederherstellungsumgebung bereits erreichbar, können Sie die Starthilfe dort direkt aufrufen. Meldet sie, dass der PC nicht repariert werden konnte, prüfen Sie die Startdateien mit der nächsten Methode.

Lösung 3: BCD und Startdateien mit BCDBoot neu erstellen

BCDBoot kopiert Startdateien aus einer vorhandenen Windows-Installation auf die Systempartition und richtet dort den BCD-Speicher ein. Diese Methode setzt eine lesbare Windows-Installation und eine eindeutig identifizierte Systempartition voraus.

Windows-Laufwerk und Systempartition identifizieren

Öffnen Sie im Windows-Reparaturmenü Problembehandlung > Erweiterte Optionen > Eingabeaufforderung.

Prüfen Sie zunächst Datenträger und Volumes:

diskpart
list disk
list volume
exit

In der Wiederherstellungsumgebung kann Windows einen anderen Laufwerksbuchstaben haben. Prüfen Sie mit dir C:\Windows, dir D:\Windows usw., wo Ihre tatsächliche Windows-Installation liegt. Im folgenden Beispiel steht D: für diese Installation und S: für die zugehörige Systempartition. Ersetzen Sie diese Buchstaben durch die bei Ihnen ermittelten Werte. X: ist üblicherweise die Wiederherstellungsumgebung.

Variante A: UEFI-System mit GPT-Datenträger

Identifizieren Sie auf dem zugehörigen Datenträger die vorhandene EFI-Systempartition. Der GPT-Stern in list disk beschreibt den Partitionsstil; prüfen Sie zusätzlich den tatsächlichen UEFI-Startmodus. Wählen Sie in DiskPart den richtigen Datenträger und kontrollieren Sie den Partitionstyp:

diskpart
select disk N
list partition
select partition P
detail partition

N und P sind Platzhalter für Ihre Datenträger- und EFI-Partitionsnummer. Die EFI-Systempartition verwendet FAT32 und den GPT-Typ c12a7328-f81f-11d2-ba4b-00a0c93ec93b. Wählen Sie sie nicht allein anhand ihrer Größe aus. Wenn S: noch frei ist, weisen Sie diesen Buchstaben zu:

assign letter=S
exit

Hat die Partition bereits einen Buchstaben, verwenden Sie diesen stattdessen. Erstellen Sie nun die UEFI-Startdateien:

bcdboot D:\Windows /s S: /f UEFI

Prüfen Sie die Erfolgsmeldung, entfernen Sie das Installationsmedium und testen Sie den Start. Mit /s wird kein neuer Windows-Boot-Manager-Eintrag im UEFI-NVRAM angelegt. Fehlt dieser Firmware-Eintrag, ist seine Wiederherstellung ein zusätzlicher Schritt; das Kopieren der Dateien allein garantiert dann keinen erfolgreichen Start.

Variante B: Legacy-BIOS-System mit MBR-Datenträger

Identifizieren Sie die vorhandene aktive Systempartition des Windows-Datenträgers. Sie ist häufig als „System-reserviert“ angelegt; bei manchen Installationen liegt sie auf der Windows-Partition. Prüfen Sie mit detail partition die ausgewählte Partition. Weisen Sie ihr bei Bedarf einen freien Buchstaben zu, wie oben beschrieben.

Wenn D: die Windows-Installation und S: die bestätigte aktive Systempartition ist, lautet der Befehl:

bcdboot D:\Windows /s S: /f BIOS

Starten Sie anschließend ohne USB-Stick neu. Liegen Windows und die Startdateien tatsächlich auf derselben Partition, müssen Quell- und Zielbuchstabe entsprechend übereinstimmen.

Tipps:

Formatieren Sie die Systempartition nicht und setzen Sie keine beliebige Partition auf „aktiv“. Fehlt die Systempartition oder ist ihre Zuordnung unklar, brechen Sie die manuelle Anleitung ab. Bei mehreren Windows-Installationen sollten Sie vorhandene Starteinträge vor Änderungen sichern und die Zielinstallation besonders sorgfältig prüfen.

Was tun, wenn Windows weiterhin nicht startet?

  • Fehler beim Kopieren der Startdateien: Prüfen Sie Windows-Pfad, Zielpartition, freien Speicher und den BitLocker-Status. Wiederholen Sie den Befehl erst nach Korrektur der Ursache.
  • Datenträger im UEFI sichtbar, im Reparaturmedium nicht: Möglicherweise fehlt der passende Speichercontroller-Treiber. Laden Sie den Treiber des PC- oder Mainboard-Herstellers. Ändern Sie den Controller-Modus nicht wahllos.
  • Startdateien erstellt, Fehler bleibt: Kontrollieren Sie Startreihenfolge, Firmware-Eintrag und Übereinstimmung von UEFI beziehungsweise BIOS mit der vorhandenen Installation.
  • Lesefehler oder verschwindendes Laufwerk: Priorisieren Sie die Datensicherung und Hardwarediagnose statt weiterer Schreibzugriffe.

Fehlen nach der Reparatur persönliche Dateien, kann PartitionAssistant Recovery bei einer separaten Datenrettung helfen. Installieren Sie die Software nicht auf dem betroffenen Laufwerk und speichern Sie gerettete Dateien auf einem anderen Datenträger. Datenrettung stellt persönliche Dateien wieder her; sie ersetzt keine Reparatur der Windows-Startkonfiguration.

FAQ: BCD-Datei fehlt in Windows 10

Kann ich die BCD-Datei ohne Windows-CD reparieren?
 

Ja. Sie können einen AOMEI-Reparaturstick auf einem funktionierenden PC erstellen. Auch ein Windows-Installationsstick oder eine noch erreichbare Wiederherstellungsumgebung ermöglicht die Reparatur.

Warum erscheint bei bootrec /fixboot „Zugriff verweigert“?
 

Der Befehl kann unter anderem an der Bootumgebung oder dem Zugriff auf die Systempartition scheitern. Formatieren Sie deshalb nicht die EFI-Partition. Prüfen Sie Startmodus und Partitionszuordnung und verwenden Sie bei einer lesbaren Windows-Installation den passenden BCDBoot-Ablauf.

Was bedeutet „Identifizierte Windows-Installationen: 0“?
 

Das Scanergebnis beweist nicht, dass Windows gelöscht wurde. Die Installation kann bereits im BCD-Speicher erfasst sein, oder das Laufwerk ist gesperrt beziehungsweise nicht erreichbar. Prüfen Sie den Windows-Ordner und den BitLocker-Status.

Löscht eine BCD-Reparatur meine persönlichen Dateien?
 

Eine gezielte Startreparatur ist nicht zum Löschen persönlicher Dateien vorgesehen. Falsche Partitionsauswahl und bestehende Laufwerksfehler können dennoch Probleme verursachen. Sichern Sie wichtige Daten, soweit sie erreichbar sind.

Kann Boot Reparatur BitLocker umgehen?
 

Nein. Halten Sie den Wiederherstellungsschlüssel bereit und entsperren Sie das verschlüsselte Windows-Laufwerk bei Bedarf, bevor Sie auf dessen Dateien zugreifen.

Fazit

Fehlt die BCD-Datei in Windows 10, prüfen Sie zuerst das Systemlaufwerk und den Startmodus. AOMEI Partition Assistant bietet mit Boot Reparatur einen grafischen Weg über ein USB-Reparaturmedium. Alternativ können Sie die Windows-Starthilfe verwenden oder die Startdateien mit BCDBoot passend zu UEFI oder BIOS neu erstellen. So behandeln Sie die tatsächliche Fehlerquelle, bevor Sie eine Neuinstallation in Betracht ziehen.

Hannah · Redaktion
Redakteurin von AOMEI Technology. Sie hilft Menschen gerne bei der Lösung von Problemen im Zusammenhang mit Systemsicherung, Wiederherstelleung, Festplatten- und Partitionsverwaltung.