Zeigt Ihre SSD unter Windows weniger Speicherplatz als erwartet? Nicht immer liegt ein Defekt vor: Unterschiede bei der Kapazitätsberechnung, nicht zugeordneter Speicherplatz, der MBR-Partitionsstil oder ein vorheriger Klonvorgang können dafür verantwortlich sein. Dieser Artikel erklärt die häufigsten Ursachen und zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die SSD-Kapazität überprüfen und den fehlenden Speicherplatz wieder nutzbar machen.
Kurzantwort: Wenn eine SSD unter Windows weniger Speicherplatz anzeigt als auf der Verpackung angegeben, liegt nicht automatisch ein Fehler vor. Eine 1-TB-SSD wird unter Windows beispielsweise typischerweise mit rund 931 GB angezeigt. Fehlt jedoch deutlich mehr Speicherplatz, sollten Sie prüfen, ob ein Teil der SSD nicht zugeordnet ist, die SSD als MBR statt GPT eingerichtet wurde oder nach dem Klonen einer kleineren Festplatte die Partitionsgröße nicht angepasst wurde.
Eine SSD bietet hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, kurze Zugriffszeiten und eignet sich sowohl als Systemlaufwerk als auch als Datenträger. Manchmal stellen Benutzer jedoch fest, dass eine neue SSD im Datei-Explorer oder in der Datenträgerverwaltung eine andere Kapazität anzeigt als erwartet.
Wichtig: Zunächst sollten Sie unterscheiden, ob lediglich die übliche Differenz zwischen Herstellerangabe und Windows-Anzeige vorliegt oder tatsächlich ein Teil des Speicherplatzes nicht genutzt werden kann.
| Situation | Wahrscheinliche Ursache | Was tun? |
|---|---|---|
| 1-TB-SSD zeigt etwa 931 GB | Unterschiedliche Berechnung der Speicherkapazität | Keine Reparatur erforderlich |
| 1-TB-SSD zeigt nur etwa 500 GB | Restlicher Speicherplatz ist möglicherweise nicht zugeordnet | Datenträgerverwaltung überprüfen |
| 4-TB-SSD kann nur etwa 2 TB nutzen | SSD wurde als MBR eingerichtet | MBR in GPT konvertieren |
| Größere SSD zeigt nach dem Klonen weiterhin die alte Partitionsgröße | Nicht zugeordneter Speicherplatz wurde nicht zur Partition hinzugefügt | Partition erweitern |
| Eine frühere Partition ist plötzlich nicht mehr sichtbar | Partition wurde gelöscht oder ist verloren gegangen | Datenträgerverwaltung prüfen und keine neuen Daten schreiben |
Die häufigsten Ursachen dafür, dass eine SSD scheinbar die falsche Kapazität anzeigt, sind:
Welche Lösung geeignet ist, hängt davon ab, wie groß die Abweichung ist und wie der Speicherplatz in der Datenträgerverwaltung angezeigt wird. Beginnen Sie daher mit der folgenden Prüfung.
SSD-Hersteller geben die Speicherkapazität normalerweise nach dem Dezimalsystem an. Dabei entspricht 1 GB 1.000.000.000 Byte. Windows berechnet Speichergrößen dagegen traditionell mit Binärwerten, zeigt das Ergebnis in vielen Bereichen jedoch weiterhin als GB beziehungsweise TB an.
Dadurch entsteht eine sichtbare Differenz zwischen der Kapazität auf der Verpackung und der unter Windows angezeigten Größe. Das bedeutet jedoch nicht, dass Speicherplatz verloren gegangen ist.
| Herstellerangabe | Typische Anzeige unter Windows |
|---|---|
| 120 GB | ca. 112 GB |
| 250 GB | ca. 233 GB |
| 500 GB | ca. 466 GB |
| 1 TB | ca. 931 GB |
| 2 TB | ca. 1,82 TB |
| 4 TB | ca. 3,64 TB |
✍ HINWEIS: Eine mit 120 GB beworbene SSD enthält 120.000.000.000 Byte. Windows berechnet diesen Wert folgendermaßen:
120.000.000.000 ÷ (1024 × 1024 × 1024) ≈ 111,8 GiB.
Deshalb wird eine 120-GB-SSD unter Windows typischerweise mit rund 112 GB angezeigt. Diese Abweichung ist normal und muss nicht repariert werden.
Wenn deutlich mehr Speicherplatz fehlt, sollten Sie als Nächstes die Windows-Datenträgerverwaltung öffnen. Ein Teil der SSD kann vorhanden sein, ohne einer Partition zugeordnet zu sein. Dieser Bereich wird im Datei-Explorer nicht als Laufwerk angezeigt.
Ein typisches Beispiel: Sie besitzen eine 1-TB-SSD, im Datei-Explorer wird jedoch nur eine 500-GB-Partition angezeigt. In der Datenträgerverwaltung können die restlichen rund 431 GB als Nicht zugeordnet erscheinen.
Schritt 1. Drücken Sie Win + X und wählen Sie Datenträgerverwaltung.
Schritt 2. Suchen Sie die betreffende SSD und überprüfen Sie die Partitionsaufteilung.
Schritt 3. Wird schwarzer beziehungsweise als Nicht zugeordnet gekennzeichneter Speicherplatz angezeigt, können Sie je nach Bedarf entweder ein neues Volume erstellen oder eine bestehende Partition erweitern.
Wenn Sie ein neues Laufwerk erstellen möchten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den nicht zugeordneten Speicherplatz und wählen Sie Neues einfaches Volume. Folgen Sie anschließend dem Assistenten.
Wenn der nicht zugeordnete Speicherplatz direkt rechts neben einer NTFS-Partition liegt, können Sie mit der rechten Maustaste auf die Partition klicken und Volume erweitern wählen.
✍ HINWEIS: Liegt der nicht zugeordnete Speicherplatz nicht direkt hinter der Partition, die Sie erweitern möchten, kann die Windows-Datenträgerverwaltung ihn nicht immer hinzufügen. In diesem Fall müssen Sie zunächst das Partitionslayout anpassen oder einen Partitionsmanager verwenden.
Wenn Ihre SSD größer als 2 TB ist, aber mit dem MBR-Partitionsstil eingerichtet wurde, kann unter Windows möglicherweise nicht die gesamte Kapazität genutzt werden. Bei üblichen 512-Byte-Sektoren kann MBR in der Regel nur etwa 2 TB adressierbaren Speicherplatz verwalten.
Der darüber hinausgehende Bereich kann deshalb in der Datenträgerverwaltung als nicht zugeordneter Speicherplatz erscheinen oder nicht wie erwartet genutzt werden. Für SSDs mit mehr als 2 TB ist GPT daher normalerweise die bessere Wahl.
Sie können zuerst überprüfen, welchen Partitionsstil Ihre SSD verwendet:
Schritt 1. Drücken Sie Win + X und öffnen Sie die Datenträgerverwaltung.
Schritt 2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Bereich mit der Datenträgernummer, zum Beispiel Datenträger 1, und wählen Sie Eigenschaften.
Schritt 3. Öffnen Sie die Registerkarte Volumes. Unter Partitionsstil sehen Sie, ob die SSD MBR oder GPT verwendet.
Wenn eine SSD mit mehr als 2 TB als MBR eingerichtet ist, können Sie sie in GPT konvertieren. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.
Methode 1. SSD mit DiskPart in GPT konvertieren
DiskPart kann einen Datenträger von MBR zu GPT konvertieren. Die folgende Methode verwendet jedoch den Befehl clean. Dadurch werden die vorhandenen Partitionsinformationen auf der ausgewählten SSD entfernt.
⚠ ACHTUNG: Sichern Sie wichtige Dateien, bevor Sie fortfahren. Überprüfen Sie außerdem sorgfältig die Datenträgernummer. Wenn Sie versehentlich den falschen Datenträger auswählen und clean ausführen, können dessen vorhandene Partitionen entfernt werden.
Schritt 1. Drücken Sie Win + R, geben Sie diskpart ein und klicken Sie auf OK.
Schritt 2. Geben Sie den folgenden Befehl ein und drücken Sie die Eingabetaste:
● list disk
Schritt 3. Wählen Sie die betreffende SSD aus. Ersetzen Sie „1“ durch die richtige Datenträgernummer:
● select disk 1
Schritt 4. Entfernen Sie die vorhandenen Partitionsinformationen:
● clean
Schritt 5. Konvertieren Sie die SSD anschließend in GPT:
● convert gpt
Nach der Konvertierung können Sie die SSD neu partitionieren. Bei einer SSD mit mehr als 2 TB kann anschließend auch der Speicherbereich oberhalb der typischen MBR-Grenze genutzt werden.
Methode 2. MBR ohne vorheriges Löschen der Partitionen in GPT konvertieren
Wenn sich bereits wichtige Daten oder Partitionen auf der SSD befinden und Sie sie nicht zuerst mit DiskPart löschen möchten, können Sie AOMEI Partition Assistant verwenden. Im Gegensatz zur oben beschriebenen DiskPart-Methode lässt sich ein Datenträger damit von MBR zu GPT konvertieren, ohne zuvor alle vorhandenen Partitionen mit dem Befehl „clean“ zu entfernen.
Partitionsmanager für Windows 11/10/8.1/8/7
Schritt 1. Installieren und starten Sie AOMEI Partition Assistant. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die betreffende SSD und wählen Sie In GPT konvertieren.
Schritt 2. Überprüfen Sie den ausgewählten Datenträger und klicken Sie auf OK.
Schritt 3. Prüfen Sie den ausstehenden Vorgang in der Hauptoberfläche und klicken Sie anschließend auf Ausführen, um die Konvertierung zu starten.
Das Problem kann auch auftreten, nachdem Sie eine kleinere HDD oder SSD auf eine größere SSD geklont haben. Beispielsweise kann eine 500-GB-Systemfestplatte auf eine 1-TB-SSD geklont werden, die Systempartition behält anschließend jedoch zunächst ungefähr ihre ursprüngliche Größe.
Der zusätzliche Speicherplatz ist normalerweise nicht verschwunden. Häufig erscheint er hinter den geklonten Partitionen als nicht zugeordneter Speicherplatz.
Öffnen Sie zuerst die Datenträgerverwaltung und prüfen Sie die Position des nicht zugeordneten Speicherplatzes.
Fall 1: Nicht zugeordneter Speicherplatz liegt direkt hinter Laufwerk C
Wenn das Partitionslayout beispielsweise so aussieht:
C: 500 GB | Nicht zugeordnet 431 GB
können Sie mit der rechten Maustaste auf Laufwerk C klicken und Volume erweitern wählen. Anschließend fügen Sie den verfügbaren nicht zugeordneten Speicherplatz der Partition hinzu.
Fall 2: Eine andere Partition liegt zwischen C und dem nicht zugeordneten Speicherplatz
Bei manchen geklonten Systemfestplatten befindet sich beispielsweise eine Wiederherstellungspartition zwischen C und dem freien Bereich:
C: | Wiederherstellungspartition | Nicht zugeordnet
In diesem Fall kann die Datenträgerverwaltung Laufwerk C nicht direkt mit dem weiter rechts liegenden Speicherplatz erweitern. Sie können dann das Partitionslayout mit AOMEI Partition Assistant anpassen.
Eine Möglichkeit besteht darin, den nicht zugeordneten Speicherplatz mit einer vorhandenen Partition zusammenzuführen.
Schritt 1. Starten Sie AOMEI Partition Assistant. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Laufwerk C und wählen Sie Erweitert ⇨ Partitionen zusammenführen.
Schritt 2. Wählen Sie den nicht zugeordneten Speicherplatz aus und klicken Sie auf OK.
Schritt 3. Überprüfen Sie den ausstehenden Vorgang und klicken Sie auf Ausführen, um die Änderung anzuwenden.
✍ TIPP: Wenn Sie eine SSD auf eine größere SSD klonen, prüfen Sie bereits während des Klonvorgangs, ob die Partitionsgrößen an die Kapazität des Ziellaufwerks angepasst werden können. So vermeiden Sie, dass nach dem Klonen ein großer Bereich ungenutzt bleibt.
Wenn die SSD früher ihre vollständige Kapazität angezeigt hat und plötzlich ein komplettes Laufwerk fehlt, kann eine Partition gelöscht worden oder aufgrund eines Partitionsproblems nicht mehr sichtbar sein.
Öffnen Sie zuerst die Datenträgerverwaltung und prüfen Sie, ob der fehlende Bereich als Nicht zugeordnet angezeigt wird.
Wenn der Bereich vorher wichtige Dateien enthielt, sollten Sie nicht sofort ein neues Volume erstellen, formatieren oder große Datenmengen auf die SSD schreiben. Solche Vorgänge können die Wiederherstellung vorhandener Daten erschweren.
Wenn Sie sicher wissen, dass der nicht zugeordnete Bereich keine benötigten Daten enthält, können Sie dort ein neues einfaches Volume erstellen. Wenn dagegen eine frühere Datenpartition verschwunden ist, sollten Sie zuerst eine Partitions- oder Datenwiederherstellung durchführen.
Die folgende Übersicht hilft Ihnen, die passende Methode für Ihre Situation auszuwählen:
| Problem | Empfohlene Lösung |
|---|---|
| 1 TB wird als ungefähr 931 GB angezeigt | Keine Änderung erforderlich |
| Ein Teil der SSD wird als „Nicht zugeordnet“ angezeigt | Neues Volume erstellen oder vorhandene Partition erweitern |
| SSD über 2 TB verwendet MBR | MBR in GPT konvertieren |
| Datenträger darf vor der MBR-zu-GPT-Konvertierung gelöscht werden | DiskPart |
| Vorhandene Partitionen sollen bei der MBR-zu-GPT-Konvertierung erhalten bleiben | AOMEI Partition Assistant |
| Größere SSD zeigt nach dem Klonen nur die alte Partitionsgröße | Nicht zugeordneten Speicherplatz zur vorhandenen Partition hinzufügen |
| Nicht zugeordneter Speicherplatz liegt nicht neben Laufwerk C | Partitionslayout anpassen |
| Eine frühere Partition ist plötzlich verschwunden | Keine neuen Daten schreiben und zunächst Partitionsverlust prüfen |
Wenn eine SSD unter Windows eine falsche Kapazität anzeigt, liegt nicht immer ein Defekt vor. Eine geringfügig kleinere Anzeige – beispielsweise rund 931 GB bei einer 1-TB-SSD – entsteht normalerweise durch unterschiedliche Berechnungsmethoden. Fehlt dagegen ein großer Teil der Kapazität, sollten Sie in der Datenträgerverwaltung prüfen, ob nicht zugeordneter Speicherplatz vorhanden ist, die SSD mit MBR statt GPT eingerichtet wurde oder nach dem Klonen einer kleineren Festplatte die Partitionsgröße nicht angepasst wurde.
Wenn Sie Windows Server verwenden, können Sie AOMEI Partition Assistant Server verwenden, das sowohl Windows Server als auch Windows-PCs unterstützt.