GParted kann zwei belegte Partitionen nicht direkt zusammenführen und dabei automatisch alle Dateien übernehmen. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Ihre Daten sichern, eine Partition löschen und die benachbarte Partition in den entstandenen nicht zugeordneten Speicherplatz erweitern. Außerdem wird eine einfachere Alternative für Windows vorgestellt.
GParted kann zwei vorhandene Partitionen nicht direkt zusammenführen und dabei automatisch die Daten beider Partitionen übernehmen. Üblicherweise sichern Sie zuerst die Daten einer Partition, löschen diese Partition und erweitern anschließend die benachbarte Zielpartition in den entstandenen nicht zugeordneten Speicherplatz.
Diese Anleitung zeigt den sicheren Ablauf mit GParted Live und erklärt, wann AOMEI Partition Assistant unter Windows die praktischere Alternative ist. Beide Verfahren verändern die Partitionsstruktur und sollten erst nach einer vollständigen Datensicherung ausgeführt werden.
Nein. GParted besitzt keine Funktion, die zwei belegte Partitionen einschließlich ihrer Dateien automatisch zu einer Partition kombiniert. Um beispielsweise eine 100-GB-Partition und eine benachbarte 300-GB-Partition zusammenzuführen, müssen Sie entscheiden, welche Partition erhalten bleiben soll. Kopieren Sie alle Dateien der anderen Partition auf ein separates Laufwerk, löschen Sie anschließend diese Partition und erweitern Sie die verbleibende Partition.
| Methode | Funktionsweise | Wichtige Voraussetzung |
|---|---|---|
| GParted Live | Eine Partition löschen und die benachbarte Partition in den nicht zugeordneten Speicherplatz erweitern | Daten der gelöschten Partition vorher extern sichern; Start vom Live-Medium erforderlich |
| AOMEI Partition Assistant | Unterstützte benachbarte Partitionen in Windows zusammenführen oder nicht zugeordneten Speicherplatz hinzufügen | Kompatible Partitionen und genügend freier Speicherplatz auf der Zielpartition |
Das Löschen einer Partition entfernt deren Dateisystem und macht die darin gespeicherten Dateien unzugänglich. Kopieren Sie alle wichtigen Daten vor dem Start auf einen anderen physischen Datenträger und öffnen Sie einige Dateien aus dem Backup, um die Sicherung zu prüfen. Ein Backup auf einer anderen Partition derselben Festplatte schützt nicht vor einem Laufwerksausfall.
Kontrollieren Sie die Datenträgeransicht sorgfältig, bevor Sie eine Partition löschen oder verschieben. Partitionsbezeichnungen und Größen sind zuverlässiger als wechselnde Gerätenamen wie „/dev/sda5“. Beachten Sie außerdem:
GParted kann viele Partitionsaktionen nur an nicht eingehängten Partitionen ausführen. Verwenden Sie deshalb GParted Live, wenn die gewünschte Partition unter dem laufenden Betriebssystem eingebunden ist.
Im folgenden Beispiel bleibt die Partition „/dev/sda5“ erhalten. Die rechts daneben liegende Partition wird nach einer geprüften Datensicherung gelöscht. Danach wird „/dev/sda5“ in den frei gewordenen Bereich erweitert. Prüfen Sie anhand von Größe, Dateisystem und Inhalt, ob diese Auswahl zu Ihrem Datenträger passt.
Schritt 1. Laden Sie das aktuelle ISO-Abbild von der offiziellen GParted-Live-Seite herunter und erstellen Sie daraus einen bootfähigen USB-Stick. Starten Sie den Computer vom USB-Stick.
Schritt 2. Wählen Sie im Startmenü von GParted Live die Standardeinstellungen. Legen Sie bei Bedarf Sprache und Tastaturbelegung fest, bis die grafische GParted-Oberfläche erscheint.
Schritt 3. Wählen Sie oben rechts den richtigen physischen Datenträger. Identifizieren Sie die Zielpartition und die zu löschende Nachbarpartition anhand von Größe, Dateisystem und Bezeichnung.
Schritt 4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Zielpartition „/dev/sda5“ und wählen Sie Größe ändern/Verschieben. Wenn vor und hinter der Partition kein nicht zugeordneter Speicherplatz vorhanden ist, kann sie noch nicht erweitert werden.
Schritt 5. Vergewissern Sie sich ein letztes Mal, dass die Dateien der Nachbarpartition vollständig extern gesichert sind. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf diese Partition und wählen Sie Löschen. Die Änderung wird zunächst nur zur Warteschlange hinzugefügt.
Fahren Sie nicht fort, wenn Sie die zu löschende Partition nicht zweifelsfrei identifiziert haben. Bei einer logischen Partition können sich nach dem Löschen zudem Gerätenamen nachfolgender logischer Partitionen ändern. Linux-Einträge in „/etc/fstab“ oder Bootloader-Konfigurationen sollten deshalb UUIDs statt Gerätenamen verwenden.
Schritt 6. Der gelöschte Bereich erscheint nun als nicht zugeordnet. Klicken Sie erneut mit der rechten Maustaste auf „/dev/sda5“ und wählen Sie Größe ändern/Verschieben.
Schritt 7. Ziehen Sie den passenden Partitionsrand über den angrenzenden nicht zugeordneten Bereich oder geben Sie die neue Größe ein. Ändern Sie den Wert für den freien Speicherplatz vor der Partition nicht, wenn der Partitionsanfang nicht verschoben werden soll. Klicken Sie auf Größe ändern/Verschieben.
Schritt 8. Prüfen Sie die ausstehenden Vorgänge sowie den richtigen Datenträger erneut. Klicken Sie erst danach auf das Häkchen Alle Operationen ausführen. Schalten Sie den Computer während des Vorgangs nicht aus.
Schritt 9. Starten Sie den Computer nach erfolgreichem Abschluss ohne GParted-Live-Medium neu. Prüfen Sie, ob das Betriebssystem startet, die vergrößerte Partition erkannt wird und Ihre wiederhergestellten Dateien geöffnet werden können.
GParted kann eine Partition nur in direkt angrenzenden nicht zugeordneten Speicherplatz erweitern. Liegt dazwischen eine andere Partition, müssen Sie die blockierende Partition so verschieben, dass der freie Bereich neben der Zielpartition liegt. Das Verschieben kann lange dauern und bei einer System- oder Bootpartition Startprobleme verursachen. Eine genaue Anleitung finden Sie unter Partition mit GParted verschieben.
Wenn Sie nicht von GParted Live starten möchten, können Sie AOMEI Partition Assistant Standard unter Windows verwenden. Die Funktion „Partitionen zusammenführen“ kann unterstützte benachbarte Partitionen kombinieren oder nicht zugeordneten Speicherplatz einer Zielpartition hinzufügen. Dateien der aufgelösten Datenpartition werden dabei nach Möglichkeit in einem Ordner auf der Zielpartition abgelegt.
Auch diese Methode ersetzt kein Backup. Prüfen Sie vor dem Start, ob die Funktion in Ihrer installierten Version verfügbar ist und ob die gewünschten Partitionen auswählbar sind. Systemreservierte Partitionen, unterschiedliche physische Datenträger, verschlüsselte Volumes und bestimmte Boot-Konfigurationen können die Auswahl einschränken.
Schritt 1. Installieren und starten Sie AOMEI Partition Assistant Standard. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Zielpartition und wählen Sie Erweitert > Partitionen zusammenführen.
Schritt 2. Markieren Sie die benachbarte Partition, wählen Sie die gewünschte Zielpartition und klicken Sie auf OK. Kontrollieren Sie sorgfältig, welche Partition erhalten bleibt.
Schritt 3. Prüfen Sie die Vorschau und die ausstehenden Operationen. Klicken Sie anschließend auf Ausführen > Weiter. Bei Änderungen an einer Systempartition kann ein Neustart erforderlich sein.
Schritt 1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Zielpartition und wählen Sie Erweitert > Partitionen zusammenführen.
Schritt 2. Markieren Sie den nicht zugeordneten Speicherplatz und kontrollieren Sie die angegebene Zielpartition. Klicken Sie auf OK.
Schritt 3. Prüfen Sie das erwartete Partitionslayout in der Vorschau. Klicken Sie auf Ausführen > Weiter, um die Änderung anzuwenden.
Weitere Funktionshinweise und Einschränkungen finden Sie in der Anleitung Partitionen mit AOMEI Partition Assistant zusammenführen.
GParted kann zwei belegte Partitionen nicht direkt samt Daten kombinieren. Für den üblichen Ablauf müssen Sie die Dateien einer Partition sichern, diese Partition löschen und anschließend die andere Partition erweitern. Jede Änderung der Partitionsstruktur birgt ein Datenverlustrisiko.
Ja. Eine normale Partition kann nur Speicherplatz desselben physischen Datenträgers übernehmen. Partitionen auf zwei verschiedenen SSDs oder Festplatten lassen sich auf diese Weise nicht zusammenführen.
Das ist nur möglich, wenn beide Volumes auf demselben Datenträger liegen und das Partitionslayout die Erweiterung unterstützt. Sichern Sie D vollständig, und prüfen Sie vor allem Wiederherstellungs-, EFI- und systemreservierte Partitionen zwischen C und D.
Meist fehlt direkt angrenzender nicht zugeordneter Speicherplatz, die Partition ist eingehängt, das Dateisystem enthält Fehler oder eine Verschlüsselung blockiert die Änderung. Beheben Sie die jeweilige Ursache, bevor Sie fortfahren.
Mit GParted bedeutet „Partitionen zusammenführen“ normalerweise: Daten sichern, eine Partition löschen und die benachbarte Zielpartition erweitern. Das Verfahren ist kostenlos und flexibel, verlangt aber ein bootfähiges Medium und eine sorgfältige Datenträgerauswahl. AOMEI Partition Assistant ist für Windows-Nutzer bequemer, wenn die gewünschten Partitionen von der Zusammenführungsfunktion unterstützt werden. Unabhängig vom Werkzeug gilt: Ohne geprüftes Backup sollten Sie keine Partition löschen, verschieben oder vergrößern.