Eine SSD kann mit DiskPart, MBR2GPT oder AOMEI Partition Assistant von MBR in GPT konvertiert werden. Welche Methode geeignet ist, hängt davon ab, ob es sich um eine leere Daten-SSD oder eine Windows-Systemplatte handelt und ob vorhandene Partitionen erhalten bleiben müssen.
Eine SSD lässt sich in Windows auf drei Arten von MBR in GPT konvertieren: DiskPart eignet sich für eine leere Daten-SSD, MBR2GPT für eine kompatible Windows-System-SSD und AOMEI Partition Assistant für eine grafische Konvertierung vorhandener Datenträger. Entscheidend ist, ob sich Windows auf der SSD befindet und ob die Partitionen erhalten bleiben müssen.
Der DiskPart-Befehl clean entfernt alle Partitionen auf dem ausgewählten Datenträger. Sichern Sie wichtige Dateien und prüfen Sie Modell, Kapazität und Datenträgernummer der SSD, bevor Sie den Befehl ausführen.
| Situation | Passende Methode | Partitionen bleiben erhalten |
|---|---|---|
| Leere Daten-SSD | DiskPart: clean und convert gpt |
Nein |
| Windows-System-SSD unter Windows 10 oder 11 | MBR2GPT | Ja, wenn die Prüfung erfolgreich ist |
| Daten- oder System-SSD mit vorhandenen Partitionen | AOMEI Partition Assistant Professional | Ja, trotzdem vorher sichern |
| Windows ist noch nicht installiert | Windows-Setup mit DiskPart oder bootfähiges AOMEI-Medium | Abhängig von der Methode |
MBR und GPT sind Partitionsstile. Sie bestimmen, wie Partitionen auf einem Datenträger beschrieben werden; die Wahl hängt nicht davon ab, ob das Laufwerk eine SSD oder HDD ist. GPT ist vor allem in folgenden Fällen sinnvoll:
GPT speichert einen primären und einen Sicherungsheader und verwendet Prüfsummen, um Schäden an den Partitionsdaten erkennen zu können. Für den Start von Windows von einer GPT-SSD benötigt der Computer UEFI. Eine GPT-Daten-SSD kann dagegen unabhängig vom Startdatenträger verwendet werden, sofern die eingesetzte Windows-Version GPT unterstützt.
Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung mit Windows + X und Datenträgerverwaltung. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datenträgerbezeichnung, wählen Sie Eigenschaften und öffnen Sie die Registerkarte Volumes. Dort steht unter Partitionsstil, ob die SSD MBR oder GPT verwendet.
Bei einer System-SSD öffnen Sie zusätzlich msinfo32. Der Eintrag BIOS-Modus zeigt, ob Windows derzeit im UEFI- oder Vorgängermodus gestartet wurde. Prüfen Sie vor einer Systemkonvertierung außerdem, ob die Firmware des Computers UEFI unterstützt.
DiskPart kann einen leeren Basisdatenträger von MBR in GPT konvertieren. Enthält die SSD noch Partitionen, müssen diese zuerst entfernt werden. Verwenden Sie diese Methode deshalb nur, wenn alle Daten gesichert sind oder die SSD leer ist.
Schritt 1. Öffnen Sie Windows Terminal oder die Eingabeaufforderung als Administrator und starten Sie DiskPart:
diskpart
Schritt 2. Zeigen Sie die Datenträger an:
list disk
Schritt 3. Ersetzen Sie N durch die Nummer der Ziel-SSD. Lassen Sie anschließend die Datenträgerdetails anzeigen:
select disk N
detail disk
Vergleichen Sie Modell und Kapazität mit der vorgesehenen SSD. Fahren Sie nur fort, wenn der richtige Datenträger ausgewählt ist.
Schritt 4. Entfernen Sie alle Partitionen und konvertieren Sie den leeren Datenträger:
clean
convert gpt
Schritt 5. Bei einer Daten-SSD können Sie anschließend ein Volume erstellen und formatieren:
create partition primary
format fs=ntfs quick
assign
exit
Wenn Sie sich im Windows-Setup befinden, geben Sie nach convert gpt nur exit ein, schließen Sie das Befehlsfenster und setzen Sie die Installation fort. Windows erstellt die benötigten Systempartitionen während der Installation.
Für eine Windows-System-SSD unter Windows 10 oder Windows 11 ist MBR2GPT die passendere integrierte Methode. Das Microsoft-Werkzeug prüft die Partitionsstruktur und konvertiert einen geeigneten Systemdatenträger, ohne die vorhandenen Datenpartitionen zu löschen. Es kann nicht für eine gewöhnliche Daten-SSD verwendet werden.
Auch bei einer nicht destruktiven Konvertierung sollten Sie ein aktuelles Backup besitzen. Setzen Sie den BitLocker-Schutz vor dem Vorgang aus und halten Sie den Wiederherstellungsschlüssel bereit, falls die System-SSD verschlüsselt ist.
Schritt 1. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator. Ersetzen Sie 0, falls Windows auf einer anderen Datenträgernummer installiert ist, und prüfen Sie zunächst die Voraussetzungen:
mbr2gpt /validate /disk:0 /allowFullOS
Schritt 2. Führen Sie die Konvertierung nur aus, wenn die Prüfung mit Validation completed successfully endet:
mbr2gpt /convert /disk:0 /allowFullOS
Schritt 3. Starten Sie den Computer neu und stellen Sie den Firmware-Startmodus von Legacy/CSM auf UEFI um. Wählen Sie anschließend den Windows Boot Manager der konvertierten SSD.
Schritt 4. Öffnen Sie nach dem erfolgreichen Start erneut msinfo32 und prüfen Sie, ob als BIOS-Modus UEFI angezeigt wird. Kontrollieren Sie anschließend den BitLocker-Status.
Wenn Sie eine Daten-SSD mit vorhandenen Partitionen konvertieren möchten oder eine grafische Bedienung bevorzugen, kann AOMEI Partition Assistant Professional den Partitionsstil konvertieren, ohne die Partitionen vorher manuell zu löschen. Bei einer System-SSD müssen Firmware und Windows anschließend weiterhin zum UEFI-Start passen.
MBR-Datenträger mit vorhandenen Partitionen über eine grafische Oberfläche in GPT konvertieren
Schritt 1. Starten Sie AOMEI Partition Assistant. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die SSD und wählen Sie In GPT konvertieren.
Schritt 2. Prüfen Sie, ob der angezeigte Datenträger der gewünschten SSD entspricht, und bestätigen Sie den Vorgang mit OK.
Schritt 3. Klicken Sie auf Ausführen, kontrollieren Sie die ausstehende Operation und starten Sie die Konvertierung.
Ist Windows noch nicht installiert, können Sie im Windows-Setup mit Umschalt + F10 eine Eingabeaufforderung öffnen und die DiskPart-Methode verwenden. Dadurch wird die Ziel-SSD vollständig geleert.
Möchten Sie stattdessen vorhandene Partitionen bearbeiten, erstellen Sie auf einem funktionsfähigen Windows-PC ein bootfähiges Medium mit AOMEI Partition Assistant Professional.
Schritt 1. Schließen Sie einen leeren USB-Stick an. Öffnen Sie in AOMEI Partition Assistant Tools und Bootfähiges Medium erstellen.
Schritt 2. Wählen Sie USB-Boot-Gerät und kontrollieren Sie den USB-Stick. Die vorhandenen Daten darauf werden gelöscht.
Schritt 3. Beenden Sie die Erstellung des Mediums und starten Sie den Zielcomputer anschließend von diesem USB-Stick. Wählen Sie ausdrücklich das USB-Bootmedium und nicht die zu konvertierende SSD. Konvertieren Sie die SSD in der gestarteten WinPE-Umgebung wie oben beschrieben.
convert gpt funktioniert nur mit einem ausgewählten, leeren Basisdatenträger. Prüfen Sie mit detail disk, ob der richtige Datenträger ausgewählt wurde. Entfernen Sie Partitionen nur, wenn die Daten gesichert sind.
Häufige Ursachen sind zu viele primäre Partitionen, eine erweiterte oder logische Partition, eine nicht erkannte Systempartition oder zu wenig Platz für die GPT-Strukturen und EFI-Systempartition. Ändern Sie die Partitionen nicht blind, sondern prüfen Sie die MBR2GPT-Protokolle und die Anforderungen des Datenträgers.
Kontrollieren Sie, ob die Firmware UEFI statt Legacy/CSM verwendet und der Windows Boot Manager ausgewählt ist. Wurde die SSD mit DiskPart und clean geleert, ist das vorhandene Windows-System nicht mehr vorhanden und muss neu installiert oder aus einem Backup wiederhergestellt werden.
Nein. DiskParts convert gpt setzt einen leeren Datenträger voraus. Der dafür verwendete Befehl clean entfernt alle Partitionen.
Nein. MBR2GPT ist für einen Windows-Systemdatenträger vorgesehen. Für eine Daten-SSD verwenden Sie DiskPart nach einer Sicherung oder ein geeignetes Partitionswerkzeug.
Für den Start eines aktuellen Windows-Systems von einer GPT-SSD ist UEFI erforderlich. Eine GPT-Daten-SSD ist nicht vom Startmodus des Datenträgers abhängig.
Der Partitionsstil erhöht die eigentliche Lese- oder Schreibgeschwindigkeit der SSD nicht. GPT bietet vor allem Vorteile bei Kapazität, Partitionsanzahl, Redundanz und UEFI-Kompatibilität.
Für eine leere Daten-SSD ist DiskPart eine direkte, aber destruktive Methode. Eine kompatible Windows-System-SSD lässt sich mit MBR2GPT ohne Löschen der Partitionen umstellen. AOMEI Partition Assistant bietet eine grafische Alternative für vorhandene Daten- und Systemdatenträger. Prüfen Sie in jedem Fall die Ziel-SSD, sichern Sie wichtige Daten und stellen Sie bei einer bootfähigen GPT-SSD anschließend den UEFI-Start sicher.