Windows Server 2012 (R2): MBR in GPT umwandeln ohne Datenverlust

Erfahren Sie, wie Sie unter Windows Server 2012 (R2) MBR sicher in GPT umwandeln – mit Windows-Tools oder ohne Löschen vorhandener Partitionen.

Hannah

Von Hannah / Aktualisiert am 01.09.2026

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Ja, Sie können einen MBR-Datenträger unter Windows Server 2012 (R2) in GPT konvertieren. Welche Methode geeignet ist, hängt jedoch davon ab, ob es sich um einen Daten- oder Systemdatenträger handelt und ob vorhandene Partitionen erhalten bleiben sollen. Die Windows-Datenträgerverwaltung und DiskPart konvertieren nur einen leeren Datenträger; vorhandene Volumes müssen vorher gelöscht werden. Soll die bestehende Partitionsstruktur erhalten bleiben, ist ein dafür ausgelegtes Konvertierungswerkzeug erforderlich.

Windows Server 2012: MBR-Datenträger ohne Löschen der Partitionen in GPT konvertieren

❌ Warning:

Eine Änderung der Partitionstabelle kann bei falscher Datenträgerauswahl, Stromausfall oder ungeeigneter Firmware-Konfiguration zu Datenverlust oder einem nicht startfähigen Server führen. Verwenden Sie die Befehle nur auf eigenen Geräten oder mit entsprechender Berechtigung. Erstellen und prüfen Sie vor dem Start eine vollständige Sicherung sowie ein bootfähiges Wiederherstellungsmedium.

MBR oder GPT: Was ist unter Windows Server 2012 wichtig?

MBR (Master Boot Record) und GPT (GUID Partition Table) sind Partitionsstile. Sie sind nicht mit dem Firmware-Modus gleichzusetzen: Ein GPT-Datenträger kann als Datenlaufwerk verwendet werden, ohne dass Windows im UEFI-Modus startet. Soll Windows Server dagegen von einem GPT-Systemdatenträger booten, benötigt der Server eine 64-Bit-Version von Windows Server und eine UEFI-fähige Firmware.

MBR unterstützt auf einem Basisdatenträger höchstens vier primäre Partitionen oder drei primäre Partitionen plus eine erweiterte Partition. Außerdem kann MBR bei üblichen 512-Byte-Sektoren nur rund 2 TiB adressieren. GPT hebt diese MBR-Grenzen auf; Windows unterstützt auf einem GPT-Datenträger üblicherweise bis zu 128 Partitionen.

Vergleich der Partitionsstile MBR und GPT

Hinweis zum Support:

Der reguläre erweiterte Support für Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 endete am 10. Oktober 2023. Wenn der Server weiterhin produktiv eingesetzt wird, sollte die Konvertierung Teil eines geprüften Wartungs- und Upgradeplans sein und nicht als Ersatz für eine Betriebssystemmigration gelten.

Welche Methode eignet sich für Ihren Datenträger?

Szenario Geeignete Methode Werden Partitionen gelöscht?
Leerer Daten-Basisdatenträger Datenträgerverwaltung Der Datenträger muss bereits leer sein.
Daten- oder Systemdatenträger aus einer Startumgebung DiskPart Ja. Der Befehl clean entfernt alle Partitionen.
Bestehende Partitionen sollen erhalten bleiben AOMEI Partition Assistant Server Keine planmäßige Löschung der vorhandenen Volumes; eine geprüfte Sicherung bleibt trotzdem erforderlich.

Vorbereitung vor der Konvertierung von MBR zu GPT

  • Prüfen Sie in der Datenträgerverwaltung, welcher Datenträger konvertiert werden soll und ob darauf Windows installiert ist.
  • Erstellen Sie eine vollständige, getestete Sicherung auf einem anderen physischen Datenträger oder Sicherungsziel.
  • Planen Sie ein Wartungsfenster. Bei einem Systemdatenträger ist ein Neustart erforderlich.
  • Prüfen Sie bei einem Systemdatenträger, ob Windows Server 2012 (R2) als 64-Bit-Version installiert ist und die Server-Firmware UEFI unterstützt.
  • Dokumentieren Sie die aktuelle Startreihenfolge und stellen Sie sicher, dass Sie die Firmware-Einstellungen nach der Konvertierung erreichen können.
  • Prüfen Sie Verschlüsselung, dynamische Datenträger, Software-RAID und herstellerspezifische Storage-Controller. Bei Unsicherheit wenden Sie sich vor der Änderung an den zuständigen Administrator oder Hersteller.

Server-2012-Datenträger mit der Datenträgerverwaltung in GPT konvertieren

Die Datenträgerverwaltung eignet sich für einen leeren Basisdatenträger. Enthält der Datenträger noch Partitionen oder Volumes, ist die Option „Zu GPT-Datenträger konvertieren“ normalerweise ausgegraut. Einen laufenden Systemdatenträger können Sie mit dieser Methode nicht konvertieren.

❌ Warning:

Die folgenden Schritte löschen alle Volumes auf dem ausgewählten Datenträger. Kontrollieren Sie Datenträgernummer, Kapazität und Inhalt, bevor Sie fortfahren.

Schritt 1. Drücken Sie Windows + R, geben Sie diskmgmt.msc ein und bestätigen Sie mit OK.

Schritt 2. Prüfen Sie anhand von Datenträgernummer und Kapazität den richtigen Zieldatenträger. Klicken Sie nacheinander mit der rechten Maustaste auf jedes Volume dieses Datenträgers und wählen Sie Volume löschen.

Volume in der Windows-Server-Datenträgerverwaltung löschen

Schritt 3. Wenn der gesamte Datenträger als nicht zugeordnet angezeigt wird, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Feld mit der Datenträgernummer und wählen Sie Zu GPT-Datenträger konvertieren.

Leeren MBR-Datenträger in der Datenträgerverwaltung zu GPT konvertieren

Schritt 4. Erstellen Sie anschließend die benötigten Volumes neu und stellen Sie die gesicherten Daten wieder her.

MBR mit DiskPart in GPT umwandeln

DiskPart kann den Partitionsstil eines leeren Basisdatenträgers ändern. Für einen Systemdatenträger müssen Sie von einem kompatiblen Windows-Server-Installations- oder Wiederherstellungsmedium starten, weil die laufende Systempartition nicht gelöscht werden kann.

❌ Warning:

Der Befehl clean entfernt die Partitionsinformationen des ausgewählten Datenträgers. Ersetzen Sie N erst nach der Kontrolle mit list disk und detail disk durch die richtige Datenträgernummer. Führen Sie die Befehle nicht aus, wenn die Zuordnung unklar ist.

Schritt 1. Starten Sie den Server von einem kompatiblen Installations- oder Wiederherstellungsmedium. Öffnen Sie im Windows-Setup mit Umschalt + F10 die Eingabeaufforderung.

Schritt 2. Starten Sie DiskPart und ermitteln Sie den Zieldatenträger:

  • diskpart
  • list disk
  • select disk N
  • detail disk

Vergleichen Sie Modell, Kapazität und angezeigte Volumes mit Ihrer Dokumentation. Nur wenn eindeutig der richtige Datenträger ausgewählt ist, fahren Sie fort.

Schritt 3. Löschen Sie die vorhandene Partitionsstruktur und konvertieren Sie den leeren Datenträger:

  • clean
  • convert gpt
  • exit

MBR-Datenträger mit DiskPart löschen und in GPT konvertieren

Schritt 4. Installieren Sie Windows Server neu oder stellen Sie die Daten mit einem für GPT und UEFI geeigneten Wiederherstellungsverfahren wieder her. Beachten Sie: Eine vollständige Wiederherstellung des alten MBR-Datenträgerlayouts kann die Konvertierung rückgängig machen. Prüfen Sie deshalb vorher die Dokumentation Ihrer Sicherungssoftware.

MBR in GPT unter Server 2012 konvertieren, ohne Partitionen zu löschen

Wenn vorhandene Partitionen erhalten bleiben sollen, bietet AOMEI Partition Assistant Server eine MBR/GPT-Konvertierung für Windows Server 2012 (R2), 2016, 2019, 2022 und 2025. Anders als die Windows-Methoden muss das Programm die vorhandenen Volumes dabei nicht planmäßig löschen oder formatieren.

Auch bei dieser Methode ist „ohne Datenverlust“ keine Aufforderung, auf eine Sicherung zu verzichten. Prüfen Sie vor allem bei einem Systemdatenträger die 64-Bit- und UEFI-Voraussetzungen, vermeiden Sie eine Unterbrechung des Vorgangs und planen Sie den erforderlichen Neustart. Einen allgemeinen Überblick bietet die Seite zur MBR/GPT-Konvertierung.

AOMEI Partition AssistantAOMEI Partition Assistant

Server-Datenträger verwalten und MBR/GPT-Konvertierungen vorab prüfen

Schritt 1. Installieren und starten Sie AOMEI Partition Assistant Server. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den zu konvertierenden MBR-Datenträger und wählen Sie In GPT konvertieren.

In AOMEI Partition Assistant Server den Befehl In GPT konvertieren auswählen

Schritt 2. Prüfen Sie die Meldung und den ausgewählten Datenträger. Bestätigen Sie die vorgemerkte Konvertierung mit OK.

MBR-zu-GPT-Konvertierung im Bestätigungsfenster prüfen

Schritt 3. Kontrollieren Sie die ausstehende Operation. Klicken Sie erst danach auf Ausführen und anschließend auf Weiter.

Vorgemerkte GPT-Konvertierung mit Ausführen starten

Tipps:

Bei einem Systemdatenträger führt das Programm die erforderlichen Schritte während eines Neustarts aus. Schalten Sie den Server nicht aus und brechen Sie den Vorgang nicht ab. Stellen Sie nach der Konvertierung den Firmware-Startmodus von Legacy/CSM auf UEFI um und wählen Sie den passenden UEFI-Starteintrag. Ändern Sie den Startmodus nicht vor Abschluss der Konvertierung.

Was tun, wenn der Server nach der GPT-Konvertierung nicht startet?

  • UEFI statt Legacy prüfen: Ein GPT-Systemdatenträger benötigt für Windows Server 2012 (R2) einen UEFI-Start. Aktivieren Sie UEFI und wählen Sie den Windows-Start-Manager beziehungsweise den passenden UEFI-Eintrag.
  • Richtigen Datenträger auswählen: Kontrollieren Sie, ob die Firmware vom konvertierten Systemdatenträger startet und nicht von einem anderen Laufwerk.
  • Storage-Controller prüfen: RAID- oder HBA-Einstellungen dürfen sich durch die Firmware-Änderung nicht unbeabsichtigt ändern.
  • Wiederherstellungsmedium verwenden: Wenn der Start weiterhin fehlschlägt, ändern Sie nicht wahllos weitere Einstellungen. Starten Sie das vorbereitete Wiederherstellungsmedium oder spielen Sie die getestete Sicherung nach dem vorgesehenen Verfahren zurück.

Häufig gestellte Fragen zur MBR-GPT-Konvertierung

Kann die Windows-Datenträgerverwaltung MBR ohne Datenverlust in GPT konvertieren?
 

Nein. Der Basisdatenträger muss leer sein. Vorhandene Partitionen und Volumes müssen gesichert und gelöscht werden, bevor die Option „Zu GPT-Datenträger konvertieren“ verfügbar ist.

Löscht DiskPart beim Befehl convert gpt die Daten?
 

convert gpt funktioniert nur auf einem leeren Basisdatenträger. In der üblichen Befehlsfolge entfernt der vorherige Befehl clean die Partitionsinformationen des ausgewählten Datenträgers, wodurch die vorhandenen Volumes nicht mehr zugänglich sind.

Muss nach der Konvertierung des Systemdatenträgers UEFI aktiviert werden?
 

Ja. Windows Server 2012 (R2) kann von einem GPT-Systemdatenträger nur im UEFI-Modus starten. Prüfen Sie die UEFI-Unterstützung vor der Konvertierung und ändern Sie den Startmodus erst nach erfolgreichem Abschluss.

Fazit

Für einen leeren Daten-Basisdatenträger reichen die Windows-Datenträgerverwaltung oder DiskPart aus. Beide Methoden setzen jedoch voraus, dass keine zu erhaltenden Partitionen auf dem Datenträger verbleiben. DiskPart mit clean löscht die Partitionsstruktur und verlangt deshalb eine besonders sorgfältige Datenträgerkontrolle.

Sollen vorhandene Partitionen auf einem Windows-Server erhalten bleiben, ist AOMEI Partition Assistant Server die passendere Methode. Bei einem Systemdatenträger bleiben eine geprüfte Sicherung, 64-Bit-Windows, UEFI-Unterstützung, ein Wartungsfenster und die korrekte Firmware-Umstellung zwingende Voraussetzungen.

Hannah
Hannah · Redakteur
Redakteurin von AOMEI Technology. Sie hilft Menschen gerne bei der Lösung von Problemen im Zusammenhang mit Systemsicherung, Wiederherstelleung, Festplatten- und Partitionsverwaltung.